Workations und Team-Offsites verteilen sich nicht gleichmäßig über das Jahr. Unsere Auswertung zeigt zwei klare Reisezeiten – und eine überraschende Pause mitten im Sommer.
Wann ist eigentlich die beste Zeit für eine Workation? Auf diese Frage gibt es aus Unternehmenssicht nicht nur eine Antwort. Wetter, Verfügbarkeit, Ferienzeiten, Teamgröße und Reiseziel spielen zusammen.
Wir haben anonymisierte Anfragen von Unternehmen auf Workation.de ausgewertet und untersucht, wann Teams ihre gemeinsame Reise planen. Dabei zeigt sich ein erstaunlich klares Muster: Teamreisen haben ihre ganz eigene Saison.
Die Nachfrage verteilt sich nicht gleichmäßig über das Jahr. Besonders häufig werden Workations und Offsites für Mai und Juni sowie September und Oktober geplant.
Dazwischen passiert etwas Interessantes: Im Juli und August geht die Nachfrage deutlich zurück.
Der klassische Hochsommer ist also gerade nicht die wichtigste Reisezeit für Teams. Nach einem ersten Höhepunkt im Frühsommer folgt eine Sommerdelle – bevor die Nachfrage im September besonders stark zurückkommt.
Der September ist der gefragteste Reisemonat.
Das unterscheidet Teamreisen deutlich von klassischen Urlaubsreisen. Für Unternehmen scheint weniger die touristische Hauptsaison entscheidend zu sein als die Frage, wann sich eine gemeinsame Reise sinnvoll in das Arbeitsjahr integrieren lässt.

Besonders deutlich wird das Muster beim Übergang vom Juni in den Sommer.
Im Juli und August liegt die Nachfrage deutlich niedriger als im Juni. Im September steigt sie anschließend stark an. Damit entstehen zwei Zeitfenster, in denen besonders viele Teams unterwegs sein möchten:
Frühsommer: Mai und Juni
Herbst: September und Oktober
Der Hochsommer liegt genau dazwischen.
Eine mögliche Erklärung sind die Sommerferien und individuelle Urlaubsplanungen. Gerade bei größeren Teams wird es schwieriger, alle Mitarbeitenden während der Ferienzeit für mehrere gemeinsame Tage zusammenzubringen.
Unsere Daten zeigen zunächst nur das Ergebnis. Die Ursache lässt sich daraus nicht eindeutig ableiten. Das Muster selbst ist jedoch deutlich.
Auch die Teamgröße verändert sich im Jahresverlauf.
Im Juni liegt die typische Teamgröße höher als in den meisten anderen Monaten. Besonders größere Gruppen sind im Frühsommer überdurchschnittlich stark vertreten.
Das ist nachvollziehbar: Je größer ein Team wird, desto schwieriger wird die Terminfindung. Ein gemeinsamer Termin vor Beginn der großen Sommerferien kann deshalb für Unternehmen attraktiv sein.
Im Herbst verändert sich die Zusammensetzung. September bleibt zwar insgesamt der stärkste Reisemonat, die Teams sind dort im Durchschnitt aber etwas kleiner als im Frühsommer.
Damit unterscheiden sich die beiden großen Workation-Saisons nicht nur in ihrer Lage im Kalender.
Mai und Juni sind stärker von größeren Teams geprägt. September und Oktober von etwas kleineren Gruppen.
Noch deutlicher verändert sich mit der Jahreszeit das Reiseziel.
Während Deutschland im Hochsommer vergleichsweise stark gefragt ist, steigt im Herbst die Bedeutung ausländischer Reiseziele.
Besonders auffällig ist der Oktober: Hier werden häufiger ausschließlich ausländische Ziele genannt als ausschließlich Deutschland.
Das passt zu einer typischen Stärke von Teamreisen: Unternehmen können Reisezeiten nutzen, die bei klassischen Urlaubern bereits weniger gefragt sind. Während es in Deutschland im Herbst kühler und unbeständiger wird, bleiben beispielsweise Ziele in Südeuropa attraktiv.
Für eine Workation können September und Oktober deshalb eine interessante Kombination bieten: weniger touristische Hochsaison und gleichzeitig noch gute Bedingungen für gemeinsame Aktivitäten im Freien.
Nicht nur das Reiseziel verändert sich im Jahresverlauf. Auch bei der Aufenthaltsdauer gibt es Unterschiede.
Zu Beginn und am Ende des Jahres dominieren besonders kurze Formate. Im Frühjahr, Sommer und Herbst werden dagegen häufiger mehrere gemeinsame Tage eingeplant.
Besonders im Herbst steigt der Anteil längerer Aufenthalte etwas an. Rund 31 % der Reisen im September und Oktober dauern mindestens fünf Nächte.
Zum Vergleich: Im Mai und Juni sind es rund 29 %.
Der Unterschied ist nicht riesig. Er zeigt aber zusammen mit der stärkeren Auslandsorientierung ein interessantes Muster: Im Herbst wird nicht nur häufiger über internationale Ziele nachgedacht – die Teams bleiben tendenziell auch etwas länger.
Das passt zu unseren anderen Auswertungen. Je weiter ein Reiseziel entfernt liegt, desto eher lohnt sich ein längerer Aufenthalt.
Einer der deutlichsten Unterschiede zeigt sich beim Planungsvorlauf.
Termine im Mai und Juni werden wesentlich früher angefragt als Termine im Herbst.
Bei Reisen im Mai und Juni liegt der typische Planungsvorlauf bei ungefähr sechs Monaten. Für September und Oktober sind es dagegen ungefähr vier Monate.
Mehr als die Hälfte der Anfragen für Mai und Juni erreicht uns mindestens sechs Monate vor der geplanten Reise.
Das ist besonders für größere Teams relevant. Denn mit zunehmender Teamgröße steigen die Anforderungen an eine Unterkunft: Es werden mehr Zimmer benötigt, größere Meetingräume, häufig zusätzliche Breakout-Räume und teilweise eine exklusive Nutzung der gesamten Location.
Wer mit einem größeren Team im Frühsommer reisen möchte, sollte deshalb früh mit der Suche beginnen.
Auf den ersten Blick könnten Mai/Juni und September/Oktober einfach zwei ähnlich beliebte Zeiträume sein.
Die genauere Betrachtung zeigt etwas anderes.
Mai und Juni stehen stärker für größere Teams und einen langen Planungsvorlauf.
September und Oktober sind internationaler geprägt, die Teams etwas kleiner und die Aufenthalte tendenziell länger.
Und dazwischen liegen Juli und August – Monate, die für private Reisen besonders wichtig sind, bei Teamreisen aber deutlich weniger hervorstechen.
Damit folgt die Workation-Saison offenbar weniger dem klassischen Reisejahr als dem Rhythmus des Arbeitsjahres.
Wer bei der Reisezeit flexibel ist, sollte nicht automatisch auf die beliebtesten Monate setzen. Gerade außerhalb von Mai, Juni und September können sich mehr Möglichkeiten bei Unterkünften und Terminen ergeben.
Für große Teams ist dagegen vor allem der Vorlauf entscheidend. Wer im Mai oder Juni gemeinsam verreisen möchte, sollte die Planung möglichst schon mehrere Monate vorher beginnen.
Bei einer Workation im Ausland kann der Herbst besonders interessant sein. September und Oktober gehören ohnehin zu den wichtigsten Monaten für Teamreisen – und gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage in dieser Zeit stärker in Richtung internationaler Ziele.
Am Ende zeigt unsere Auswertung vor allem eines:
Die passende Reisezeit hängt nicht nur vom Wetter ab. Teamgröße, Reiseziel, Aufenthaltsdauer und Planungsvorlauf gehören zusammen.
Die Analyse basiert auf Hunderten anonymisierten Unternehmensanfragen über Workation.de. Berücksichtigt wurden sowohl konkret angegebene Reisedaten als auch alternative und flexible Reisezeiträume. Nennt ein Unternehmen mehrere mögliche Monate oder Reiseziele, können entsprechend mehrere Nennungen in die jeweilige Auswertung einfließen.
Die Daten zeigen die Nachfrage von Unternehmen, die über Workation.de nach Unterkünften für Workations, Offsites und vergleichbare Teamreisen gesucht haben. Sie sind deshalb nicht repräsentativ für alle Unternehmen in Deutschland, geben aber einen Einblick in das tatsächliche Planungsverhalten von Teams.
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