Deutschland, Spanien, Italien oder Portugal – welche Reiseziele kommen für Unternehmen infrage, wenn sie eine Workation, ein Offsite oder einen Team-Retreat planen?
Wir haben dafür Hunderte anonymisierte Unternehmensanfragen bei Workation.de ausgewertet. Das Ergebnis zeigt: Deutschland ist das mit Abstand am häufigsten genannte einzelne Reiseziel. Gleichzeitig suchen Unternehmen erstaunlich international und häufig in mehreren Ländern parallel.
Besonders gefragt sind neben Deutschland die südlichen europäischen Länder. Dabei hängt die Wahl des Reiseziels offenbar auch damit zusammen, wie lange ein Team verreist und welche Art von Unterkunft für den Aufenthalt gesucht wird.
Deutschland wird in rund 61 % der Anfragen genannt und ist damit das wichtigste einzelne Zielland.
Mit Spanien (rund 28 %) und Italien (rund 24 %) folgen zwei südeuropäische Länder. Portugal und Österreich werden jeweils in rund 17 % der Anfragen berücksichtigt.
Die Destination steht dabei häufig noch nicht endgültig fest: Mehrere Länder oder Regionen können innerhalb einer Anfrage gleichzeitig infrage kommen.
Besonders interessant ist der Zusammenhang mit der Aufenthaltsdauer. Bei Reisen von ein bis zwei Nächten nennen 86 % Deutschland, aber nur 5 % Spanien oder Portugal. Bei fünf bis sieben Nächten kehrt sich das Verhältnis um: 34 % nennen Deutschland, 53 % Spanien oder Portugal.
Das Reiseziel einer Workation scheint damit nicht isoliert gewählt zu werden. Reisedauer, Erreichbarkeit und die passende Unterkunft gehören zusammen.
Deutschland steht bei der Suche nach Workation- und Offsite-Locations deutlich an erster Stelle.
| Zielland | Anteil der Anfragen |
|---|---|
| Deutschland | 61 % |
| Spanien | 28 % |
| Italien | 24 % |
| Portugal | 17 % |
| Österreich | 17 % |
| Kroatien | 13 % |
| Frankreich | 11 % |
| Griechenland | 11 % |
| Niederlande | 9 % |
| Schweiz | 5 % |
| Belgien | 4 % |
Mehrfachnennungen waren möglich. Die Prozentwerte zeigen den Anteil der Anfragen, in denen das jeweilige Land als mögliches Reiseziel genannt wurde. Sie müssen sich daher nicht zu 100 % addieren.
Rund sechs von zehn Anfragen beziehen Deutschland in die Suche ein.
Für Teamreisen liegt das nahe. Deutschland verbindet eine vergleichsweise einfache Anreise mit sehr unterschiedlichen Landschaften und Unterkunftsarten: Meer an Nord- und Ostsee, Seen, ländliche Regionen, Mittelgebirge oder Alpen.
Vor allem bei kurzen Offsites dürfte die Erreichbarkeit eine wichtige Rolle spielen. Ob sie tatsächlich der ausschlaggebende Grund für die Wahl Deutschlands ist, wurde allerdings nicht erhoben.
Der hohe Deutschland-Anteil erzählt deshalb nur einen Teil der Geschichte.
Mit Spanien und Italien werden zwei südeuropäische Länder besonders häufig als Alternative genannt. Spanien kommt auf rund 28 %, Italien auf rund 24 % der Anfragen. Portugal und Österreich folgen mit jeweils etwa 17 %.
Auch Kroatien, Frankreich und Griechenland erreichen zweistellige Anteile.
Damit zeigt sich eine deutliche zweite Säule der Nachfrage: Südeuropa und der Mittelmeerraum sind für Team-Workations besonders relevant.
Hier kommen mehrere Eigenschaften zusammen, die gerade für längere Teamaufenthalte interessant sein können: Ferienhäuser, Fincas und Villen, Möglichkeiten zur Selbstversorgung, Außenbereiche und ein Klima, bei dem ein Teil des gemeinsamen Aufenthalts zeitweise nach draußen verlagert werden kann.

Die Grafik basiert auf einer früheren Auswertung der Workation.de-Anfragen und zeigt die damalige Verteilung der gewünschten Länder und Regionen. Mehrfachnennungen waren möglich. Die aktuellen Prozentwerte im Text basieren auf der neueren Auswertung.
Das Chord-Diagramm macht einen Aspekt sichtbar, den eine einfache Rangliste nur schwer zeigen kann: Viele Unternehmen suchen nicht ausschließlich in einem einzigen Land.
Deutschland bildet einen besonders starken Zielbereich. Gleichzeitig laufen die Suchanfragen in zahlreiche weitere Richtungen – etwa nach Spanien, Portugal, Italien und Österreich, aber auch in breiter definierte Räume wie Südeuropa, die EU oder die DACH-Region.
Das Reiseziel ist bei vielen Anfragen offenbar noch keine endgültige Entscheidung.
Es definiert vielmehr einen Suchraum für die passende Unterkunft.
Das ist ein wesentlicher Unterschied zur klassischen Urlaubsplanung.
Wer privat in die Toskana reisen möchte, sucht anschließend eine Unterkunft in der Toskana. Bei einer Teamreise kann die Reihenfolge umgekehrt sein.
Ein Unternehmen sucht beispielsweise eine Unterkunft mit ausreichend Schlafzimmern, guten Arbeitsmöglichkeiten, Gemeinschaftsflächen, Selbstversorgung und besonderem Ambiente. Vielleicht soll sie am Meer liegen oder einen Pool und große Außenbereiche bieten.
Ob diese Unterkunft am Ende in Spanien, Portugal oder Italien liegt, kann zunächst zweitrangig sein.
Nicht immer bestimmt also das Reiseziel die Unterkunft. Manchmal bestimmt die passende Unterkunft das Reiseziel.
Das erklärt auch, warum mehrere Länder in einer Anfrage gleichzeitig auftauchen können.
Unter den einzelnen Ländern außerhalb Deutschlands stechen Spanien und Italien hervor.
Spanien wird in rund 28 % der Anfragen berücksichtigt, Italien in rund 24 %.
Beide Länder bieten sehr unterschiedliche Regionen und Unterkunftsformen, die sich für Teamreisen eignen können: von Hotels und professionellen Retreat-Locations bis zu Fincas, Villen, Agriturismi und größeren Ferienhäusern.
Gerade bei kleineren Teams können solche Unterkünfte einen entscheidenden Vorteil haben: Arbeiten und Wohnen lassen sich am selben Ort verbinden.
Ein großer Esstisch oder eine Wohnküche kann für eine kleine Gruppe gleichzeitig gemeinsamer Arbeitsbereich sein. Terrassen und Außenflächen können bei geeigneter Witterung zusätzliche Möglichkeiten für Besprechungen oder gemeinsames Arbeiten bieten.
Damit wird eine klassische Tagungsinfrastruktur nicht bei jeder Workation zwingend benötigt.
Interessant ist auch der Vergleich zwischen Portugal und Österreich. Beide werden in jeweils rund 17 % der Anfragen genannt, geografisch stehen sie jedoch für sehr unterschiedliche Optionen.
Österreich lässt sich aus Teilen Deutschlands vergleichsweise schnell erreichen und verbindet diese Nähe mit Bergen, Natur sowie einer großen Auswahl an Hotels, Chalets und Gruppenunterkünften.
Portugal erfordert für deutsche Teams dagegen meist eine längere Anreise. Gerade deshalb dürfte die Aufenthaltsdauer eine größere Rolle spielen.
Denn die Analyse zeigt: Je nach Reisedauer verschiebt sich das Verhältnis zwischen Deutschland und südlichen Zielen erheblich.
Bei Aufenthalten von nur ein bis zwei Nächten ist der Unterschied besonders groß.
| Aufenthaltsdauer | Deutschland | Spanien oder Portugal |
|---|---|---|
| 1–2 Nächte | 86 % | 5 % |
| 3–4 Nächte | 59 % | 31 % |
| 5–7 Nächte | 34 % | 53 % |
| mehr als 7 Nächte | 50 % | 50 % |
Mehrfachnennungen waren möglich. Spanien und Portugal wurden für diesen Vergleich gemeinsam betrachtet.
Bei ein bis zwei Nächten nennen 86 % Deutschland, während Spanien oder Portugal zusammen nur bei 5 % auftauchen.
Schon bei drei bis vier Nächten verändert sich das Bild: Deutschland liegt bei 59 %, Spanien oder Portugal erreichen 31 %.
Der eigentliche Wechsel zeigt sich jedoch bei einer Aufenthaltsdauer von ungefähr einer Arbeitswoche.
Bei Aufenthalten von fünf bis sieben Nächten werden Spanien oder Portugal in 53 % der Anfragen genannt.
Deutschland kommt in derselben Gruppe nur noch auf 34 %.
Damit liegen Spanien und Portugal bei diesen längeren Aufenthalten sogar vor Deutschland.
Bei Reisen von mehr als sieben Nächten liegen beide wieder bei jeweils 50 %. Die Daten zeigen daher keinen einfachen linearen Zusammenhang nach dem Prinzip „je länger die Reise, desto weiter entfernt das Ziel“.
Der deutlichste Unterschied zeigt sich vielmehr beim Wechsel von wenigen Tagen zu ungefähr einer Arbeitswoche.
Eine plausible Erklärung ist das Verhältnis von Anreise und Aufenthaltszeit.
Für ein zweitägiges Offsite wiegen Flug, Transfer, Wartezeiten und die gesamte Reiseorganisation vergleichsweise schwer. Ein gut erreichbarer Ort in Deutschland kann dann einen erheblichen Vorteil haben.
Bei fünf, sechs oder sieben Nächten verteilt sich derselbe Reiseaufwand auf wesentlich mehr gemeinsame Zeit.
Eine längere Anreise nach Spanien oder Portugal kann sich für eine einwöchige Workation deshalb eher lohnen als für zwei Übernachtungen.
Das ist eine Interpretation der Daten und kein direkt erhobenes Reisemotiv. Ein zweiter Befund unterstützt diese Erklärung jedoch: Mit der Aufenthaltsdauer verändert sich gleichzeitig die Art der gesuchten Unterkunft.
Bei kurzen Aufenthalten wird klassische Tagungsinfrastruktur deutlich häufiger verlangt.
Bei ein bis zwei Nächten wünschen 74 % der Teams einen Meetingraum. Bei fünf bis sieben Nächten sind es nur noch 29 %.
Bei der Selbstversorgung verläuft die Entwicklung umgekehrt: Sie steigt von 23 % auf 44 %.
Das könnte auf unterschiedliche Reiseprofile hinweisen.
Ein größeres Team auf einem kurzen Offsite benötigt häufig Hotelzimmer, einen ausreichend großen Meetingraum und organisierte Verpflegung. Gute Erreichbarkeit ist bei wenigen Tagen besonders wichtig.
Ein kleineres Team kann dagegen für eine Woche gemeinsam ein Ferienhaus, eine Finca oder eine größere Ferienwohnung nutzen. Küche, Wohnbereiche und Gemeinschaftsflächen gehören bereits zur Unterkunft.
Damit passen längere Aufenthalte und südliche Reiseziele möglicherweise auch deshalb zusammen, weil dort eine andere Art von Unterkunft gesucht wird.
Gerade für kleinere Teams ist dabei ein Punkt wichtig: Weniger Anfragen nach einem ausgewiesenen Meetingraum bedeuten nicht automatisch, dass weniger gemeinsam gearbeitet wird.
Sechs, acht oder zwölf Personen können sich auch an einem großen Esstisch, in einer Wohnküche oder in einem großzügigen Gemeinschaftsraum zusammensetzen.
Bei südlichen Reisezielen kommt eine weitere Möglichkeit hinzu. Bei passendem Wetter können eine Terrasse, ein Innenhof oder andere Außenbereiche zeitweise ebenfalls zum Arbeits- oder Besprechungsort werden.
Eine Finca oder Villa kann damit Unterkunft, Arbeitsplatz und gemeinsamer Treffpunkt zugleich sein.
Bei größeren Gruppen funktioniert dieses Modell naturgemäß weniger einfach. Dort gewinnen separate Meetingräume, professionelle Technik und organisierte Verpflegung an Bedeutung.
Aus den verschiedenen Ergebnissen ergibt sich damit ein interessantes Gesamtbild.
Bei kurzen Aufenthalten ist Deutschland besonders stark. Gleichzeitig werden Meetingräume häufiger verlangt und organisierte Verpflegung spielt eine größere Rolle.
Bei Aufenthalten von ungefähr einer Woche gewinnen Spanien und Portugal deutlich. Parallel wird Selbstversorgung häufiger gewünscht und ein separater Meetingraum verliert an Bedeutung.
Eine mögliche Interpretation sind zwei unterschiedliche Reiseprofile:
Kurzes Offsite: gute Erreichbarkeit → Deutschland oder nahes Ausland → Hotel oder Tagungslocation → separater Meetingraum → organisierte Verpflegung.
Längere Workation: größerer geografischer Suchradius → häufiger Südeuropa → Ferienhaus, Finca oder Wohnung → Selbstversorgung → flexible Arbeits- und Gemeinschaftsbereiche.
Diese Profile sind keine festen Kategorien. Die Daten zeigen auch nicht, dass ein Merkmal das andere verursacht.
Aber mehrere unabhängig beobachtete Zusammenhänge weisen in dieselbe Richtung.
Die Daten zeigen deshalb auch, warum die einfache Frage „Deutschland oder Ausland?“ bei Workations zu kurz greift.
Viele Unternehmen legen sich zu Beginn der Suche offenbar noch nicht auf ein einziges Land fest.
Entscheidend ist vielmehr die Kombination aus mehreren Faktoren: Wie groß ist das Team? Wie lange soll die Reise dauern? Wie weit darf die Anreise sein? Werden separate Meetingräume benötigt? Soll selbst gekocht werden? Und welche Umgebung wünscht sich das Team?
Ein Unternehmen kann Deutschland deshalb als einfach erreichbare Option berücksichtigen und gleichzeitig Spanien, Portugal oder Italien prüfen, wenn dort eine besonders passende Unterkunft verfügbar ist.
Das beste Reiseziel ergibt sich häufig erst aus den Anforderungen an die gesamte Reise.
Für die Unterkunftssuche lässt sich daraus eine praktische Konsequenz ableiten: Das Reiseziel sollte nicht immer der erste und engste Filter sein.
Wer sich früh auf eine einzelne Destination festlegt, schließt möglicherweise Unterkünfte aus, die deutlich besser zum Team und zum geplanten Aufenthalt passen.
Gerade bei flexiblen Teams kann es sinnvoller sein, zunächst die eigentlichen Anforderungen festzulegen:
Teamgröße, Aufenthaltsdauer, Schlafzimmer, Arbeitsmöglichkeiten, Selbstversorgung oder Verpflegung, Exklusivnutzung und gewünschte Umgebung.
Erst anschließend stellt sich die Frage, in welchen Regionen diese Kombination am besten zu finden ist.
Für ein zweitägiges Offsite kann das ein gut erreichbares Haus in Deutschland sein. Für eine einwöchige Workation möglicherweise eine Finca in Spanien, eine Villa in Portugal oder ein Landhaus in Italien.
Deutschland ist das wichtigste einzelne Reiseziel: Rund 61 % der Anfragen nennen Deutschland als mögliche Destination.
Gleichzeitig ist die Suche deutlich internationaler, als dieser Wert zunächst vermuten lässt. Spanien wird in rund 28 %, Italien in rund 24 % und Portugal sowie Österreich jeweils in rund 17 % der Anfragen berücksichtigt.
Besonders interessant wird die Zielwahl in Verbindung mit der Aufenthaltsdauer.
Bei ein bis zwei Nächten dominiert Deutschland mit 86 %. Bei fünf bis sieben Nächten werden dagegen Spanien oder Portugal mit 53 % häufiger genannt als Deutschland mit 34 %.
Das spricht dafür, dass die Wahl des Reiseziels Teil eines größeren Zusammenhangs ist.
Kurze Reise, schnelle Erreichbarkeit und klassische Tagungsinfrastruktur passen häufig zusammen. Bei längeren Workations werden ein größerer Reiseradius, wohnlichere Unterkünfte, Selbstversorgung und flexible Arbeitsbereiche interessanter.
Das konkrete Land steht dabei nicht zwangsläufig am Anfang der Planung.
Oft lautet die entscheidendere Frage zunächst: Wie möchte das Team für einige Tage gemeinsam arbeiten und leben?
Das passende Reiseziel kann sich daraus ergeben.
Die Analyse basiert auf Hunderten anonymisierten Unternehmensanfragen bei Workation.de.
Ausgewertet wurden die in den Anfragen genannten Länder und Regionen. Mehrfachnennungen waren möglich: Ein Unternehmen konnte mehrere potenzielle Reiseziele gleichzeitig auswählen.
Die Prozentwerte zeigen deshalb den Anteil der Anfragen, in denen das jeweilige Land genannt wurde. Sie sind keine Marktanteile und müssen sich nicht zu 100 % addieren.
Das im Artikel gezeigte Chord-Diagramm basiert auf einer früheren Auswertung der Anfragen. Es dient dazu, die Breite der Suchräume und die parallele Auswahl verschiedener Länder und Regionen sichtbar zu machen. Die im Text genannten Prozentwerte stammen aus der neueren Auswertung und sind für die aktuellen quantitativen Aussagen maßgeblich.
Die Analyse beschreibt die Präferenzen zum Zeitpunkt der Anfrage, nicht die später tatsächlich gebuchte oder durchgeführte Reise. Erklärungen zu Erreichbarkeit, Wetter, Unterkunftsart oder Nutzung von Gemeinschafts- und Außenflächen sind Interpretationen der beobachteten Zusammenhänge und keine direkt erhobenen Reisemotive.
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