Eine Workation verspricht vieles: bessere Zusammenarbeit, stärkeren Teamzusammenhalt, neue Ideen und zufriedenere Mitarbeitende.
Ganz so automatisch funktioniert es nicht.
Ein schöner Ort allein verbessert noch kein Team. Richtig geplant kann eine Workation aber Bedingungen schaffen, die im normalen Remote- oder Hybridalltag nur schwer entstehen.
Der eigentliche Vorteil einer Workation ist nicht der Ortswechsel selbst, sondern die gemeinsame Zeit, die dadurch möglich wird.
Viele Teams arbeiten heute hybrid oder vollständig remote. Sie sehen sich täglich auf dem Bildschirm, verbringen aber nur selten mehrere Tage miteinander.
Eine Team-Workation verändert das.
Aus einem kurzen Videocall wird ein gemeinsamer Arbeitstag. Aus dem geplanten Meeting kann anschließend ein Gespräch beim Kaffee entstehen. Und Kolleginnen und Kollegen begegnen sich auch außerhalb einer festen Agenda.
Gerade für verteilte Teams kann diese gemeinsame Zeit wertvoll sein.
Remote-Arbeit funktioniert für viele Aufgaben hervorragend. Manche Abstimmungen sind persönlich trotzdem einfacher.
Während einer Workation sitzt das Team für einige Tage am selben Ort. Fragen können direkt geklärt, Themen spontan gemeinsam betrachtet und Entscheidungen schneller vorbereitet werden.
Dabei muss nicht ständig gemeinsam gearbeitet werden.
Der Vorteil entsteht gerade aus der Kombination:
Individuell arbeiten, wenn Konzentration gefragt ist – und unkompliziert zusammenkommen, wenn Austausch hilft.
Im digitalen Arbeitsalltag braucht Kommunikation häufig einen Anlass.
Man vereinbart einen Termin, eröffnet den Videocall, bespricht das Thema und beendet das Gespräch.
Vor Ort entstehen zusätzlich Begegnungen, die nicht geplant werden müssen: beim Frühstück, auf dem Weg zum Meetingraum, beim Spaziergang oder am Abend.
Gerade solche Gespräche können helfen, andere Perspektiven besser zu verstehen und Beziehungen innerhalb des Teams zu vertiefen.
Eine Workation braucht kein umfangreiches Teambuilding-Programm.
Oft entstehen gemeinsame Erlebnisse bereits durch den Aufenthalt selbst:
zusammen kochen, nach Feierabend schwimmen gehen, eine Runde wandern oder einfach noch gemeinsam auf der Terrasse sitzen.
Der Unterschied zum klassischen Teamevent liegt darin, dass diese Begegnungen nicht auf wenige Stunden begrenzt sind.
Das Team verbringt mehrere normale Tage miteinander.
Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zum Offsite.
Für ein Offsite wird der Arbeitsalltag häufig bewusst unterbrochen, damit sich das Team auf Strategie, Workshops oder andere gemeinsame Themen konzentrieren kann.
Bei einer Workation läuft die normale Arbeit grundsätzlich weiter.
Workation = Wir arbeiten gemeinsam woanders.
Offsite = Wir verlassen den Arbeitsalltag, um gemeinsam an etwas Bestimmtem zu arbeiten.
Dadurch kann eine Workation auch für Teams interessant sein, die nicht mehrere Tage vollständig aus ihrem operativen Geschäft aussteigen können.
Ein anderer Ort verändert den Kontext.
Statt Büro, Homeoffice und gewohnter Umgebung gibt es für einige Tage Berge, Meer, See oder einfach ein Haus im Grünen.
Das garantiert keine Kreativität. Ein Ortswechsel kann aber Routinen unterbrechen und neue Gesprächssituationen schaffen.
Besonders interessant ist das, wenn sich der neue Ort deutlich vom normalen Arbeitsumfeld unterscheidet.
Workation in den Bergen oder am Meer →
Bei verteilten Teams kennen sich Mitarbeitende teilweise über Monate hauptsächlich aus Videokonferenzen.
Mehrere gemeinsame Tage vermitteln ein anderes Bild voneinander.
Wie arbeitet jemand? Wann braucht jemand Ruhe? Wer denkt gerne laut? Wer sucht spontan Austausch?
Solche Erfahrungen können helfen, die spätere digitale Zusammenarbeit besser einzuordnen.
Die Workation ersetzt dabei keine gute Remote-Kultur. Sie kann sie ergänzen.
Besonders bei Remote-Unternehmen kann Onboarding eine Herausforderung sein.
Neue Mitarbeitende lernen zwar Prozesse und Kolleginnen digital kennen, erleben das Team aber zunächst nur in Ausschnitten.
Eine gemeinsame Workation kann persönliche Kontakte beschleunigen.
Dabei sollte sie nicht als Ersatz für strukturiertes Onboarding verstanden werden. Sie kann aber eine Gelegenheit schaffen, innerhalb weniger Tage viele informelle Begegnungen zu ermöglichen.
Im Alltag arbeiten Menschen häufig vor allem mit den Kolleginnen und Kollegen zusammen, die sie unmittelbar für ihre Aufgaben benötigen.
Während einer Workation sitzen unterschiedliche Funktionen am selben Ort.
Produkt trifft Vertrieb, Entwicklung trifft Marketing, Führungskräfte treffen Mitarbeitende außerhalb geplanter Meetings.
Dadurch können Gespräche entstehen, die in der normalen Organisationsstruktur seltener stattfinden.
Ein Vorteil der Workation ist, dass nicht zwischen „Arbeit“ und „Teamevent“ entschieden werden muss.
Der Vormittag kann aus normaler Arbeit bestehen, am Nachmittag findet eine gemeinsame Session statt und danach bleibt Zeit für Sport oder einen gemeinsamen Abend.
Ein möglicher Rhythmus:
| Tageszeit | Beispiel |
|---|---|
| Vormittag | individuelle Arbeit und Calls |
| Mittag | gemeinsame oder flexible Pause |
| Nachmittag | Arbeit + gemeinsame Session |
| später Nachmittag | Freizeit |
| Abend | gemeinsames Essen |
Die genaue Gestaltung hängt vom Team ab.
Arbeitsorganisation bei der Workation →
Auch wenn der normale Arbeitsalltag weiterläuft, können einzelne Zeitfenster für gemeinsame Projektarbeit reserviert werden.
Das kann beispielsweise ein halber Tag oder ein vollständiger Workshoptag sein.
Der Vorteil gegenüber einem separaten Workshop: Das Team ist ohnehin am selben Ort und kann Ergebnisse anschließend direkt in den gemeinsamen Arbeitsalltag mitnehmen.
Wichtig ist nur, die Workation nicht vollständig mit Workshops zu füllen.
Dann handelt es sich zunehmend um ein Offsite.
Der Ort ist nicht der eigentliche Zweck einer Workation – aber er beeinflusst das Erlebnis.
Eine Terrasse mit Bergblick, ein See vor dem Haus oder ein Strand in Laufnähe können dazu führen, dass das Team seine freie Zeit gerne gemeinsam verbringt.
Dabei gilt:
Erst muss die Location als Arbeitsort funktionieren. Dann wird die Umgebung zum Vorteil.
Locations in den Bergen →
Locations am See →
Locations am Meer →
Eine gut organisierte Workation kann auch Teil der Erfahrung sein, die Mitarbeitende mit einem Unternehmen verbinden.
Nicht als oberflächliches Benefit-Versprechen, sondern als konkrete gemeinsame Erfahrung.
Das gilt besonders für Unternehmen, in denen Mitarbeitende ansonsten selten physisch zusammenkommen.
Eine Workation kann damit zeigen:
Gemeinsame Zeit wird bewusst ermöglicht – ohne dafür Remote-Arbeit grundsätzlich infrage zu stellen.
Für Remote- und Hybridunternehmen stellt sich häufig nicht die Frage:
Remote oder Büro?
Sondern:
Für welche Form der Zusammenarbeit brauchen wir persönliche Begegnung?
Eine Team-Workation kann eine Antwort darauf sein.
Der normale Arbeitsort bleibt bestehen. Zusätzlich gibt es einzelne Phasen, in denen das Team bewusst für mehrere Tage zusammenkommt.
Damit wird Präsenz nicht zum täglichen Standard, sondern gezielt eingesetzt.
Eine Workation muss kein großes Unternehmensevent sein.
Gerade bei kleinen Teams kann sie einfach organisiert werden.
Ein geeignetes Haus, ausreichend Schlafzimmer, gutes WLAN, ein großer Tisch und einige Rückzugsmöglichkeiten können bereits genügen.
Bei kleinen Gruppen entsteht außerdem häufig schneller eine gemeinsame Atmosphäre als in einem großen Tagungshotel.
Locations für 10 Personen →
Locations für 10–20 Personen →
Bei größeren Gruppen verändert sich der Vorteil.
Während zehn Personen ohnehin relativ viel miteinander sprechen, können bei 40 oder 70 Personen Menschen zusammenkommen, die im normalen Arbeitsalltag nur selten direkten Kontakt haben.
Damit das funktioniert, braucht die Location allerdings mehr Infrastruktur.
Ausreichend Arbeitsplätze, Callmöglichkeiten, Meetingräume und Gemeinschaftsflächen werden dann entscheidend.
Eine große Workation braucht weniger ein Ferienhaus und mehr einen temporären Arbeitscampus.
Ob eine Workation wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom konkreten Modell ab.
Ein möglicher Vorteil besteht darin, verschiedene Bedürfnisse in einer Reise zu verbinden:
persönliche Zusammenarbeit,
normale Arbeit,
einzelne Workshops
und gemeinsame Zeit.
Statt dafür mehrere separate Treffen zu organisieren, kann ein mehrtägiger Aufenthalt verschiedene Zwecke zusammenführen.
Ob daraus tatsächlich ein Kostenvorteil entsteht, sollte anhand der Gesamtkosten geprüft werden.
Workation-Kosten richtig planen →
Eine Workation kann ihre Wirkung auch verfehlen.
Zum Beispiel wenn:
Deshalb sollte eine Workation nicht danach bewertet werden, wie attraktiv sie auf Fotos wirkt.
Sondern danach, ob sie dem Team gute gemeinsame Arbeit und gute gemeinsame Zeit ermöglicht.
Nachteile und Herausforderungen einer Workation →
Eine Team-Workation kann besonders gut passen, wenn:
Weniger geeignet ist sie, wenn für mehrere Tage fast ausschließlich Strategie, Workshops oder Entscheidungen auf der Agenda stehen.
Dann passt häufig ein Offsite besser.
Wir von Workation.de bieten Teams immer an, die Mitarbeiter die Workation auf 10 Ebenen bewerten zu lassen. Vor der Workation, danach und einen Monat danach. Die Ergebnisse sind immer mehr als überzeugend, und führen vor allem zu einer nachhaltigen Veränderung.
Beispielauswertung der Firma OPED:

Ferner ist es sehr interessant, was auch andere Teilnehmer von ihrer Workation berichten. Auch das haben wir ausgewertet und die Vorteile systematisch gefiltert.

Die drei Formate können ähnliche Elemente enthalten, verfolgen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
| Format | Schwerpunkt |
|---|---|
| Workation | normal arbeiten + gemeinsam Zeit verbringen |
| Offsite | fokussiert an einem gemeinsamen Ziel arbeiten |
| Teamevent | gemeinsames Erlebnis |
Die Grenzen können fließend sein.
Entscheidend ist deshalb weniger die Bezeichnung als die Frage:
Was soll während der gemeinsamen Zeit hauptsächlich passieren?
Nein. Sie schafft aber mehr Möglichkeiten für persönliche Begegnungen und informellen Austausch. Ob daraus langfristig bessere Zusammenarbeit entsteht, hängt vom Team und der Gestaltung ab.
Remote- und Hybridteams können besonders profitieren, weil persönliche Begegnungen in ihrem normalen Arbeitsalltag seltener stattfinden.
Das lässt sich nicht pauschal versprechen. Gute Arbeitsbedingungen und kurze Wege können Zusammenarbeit erleichtern. Ein schlecht organisierter Aufenthalt kann dagegen auch ablenken.
Ein neuer Kontext kann Routinen unterbrechen und andere Gesprächssituationen ermöglichen. Kreativität entsteht dadurch jedoch nicht automatisch.
Sie kann als positiver Bestandteil der Employee Experience wahrgenommen werden. Eine betriebliche Team-Workation bleibt aber in erster Linie eine gemeinsame Arbeitsreise.
Nein. Gemeinsame Erlebnisse können auch ohne organisiertes Teambuilding entstehen.
Manchmal überschneiden sich beide Formate. Wenn der normale Arbeitsalltag weiterläuft, spricht das eher für eine Workation. Wird er für Strategie oder Workshops bewusst unterbrochen, eher für ein Offsite.
Eine Workation verbindet zwei Dinge, die bei verteilten Teams häufig getrennt sind:
normal arbeiten und persönlich zusammen sein.
Genau darin liegt ihr besonderer Nutzen.
Sie braucht dafür weder spektakuläre Aktivitäten noch einen durchgetakteten Ablauf.
Entscheidend sind ein geeigneter Ort, gute Arbeitsbedingungen und genügend Freiraum für Begegnungen.
Die Workation schafft den Rahmen. Was das Team daraus macht, entscheidet über ihren tatsächlichen Wert.
Team-Workation Schritt für Schritt planen →
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