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Workation vs. Offsite: Was ist der Unterschied und welches Format passt besser zu eurem Team?

Workation und Offsite bringen ein Team für mehrere Tage an einen anderen Ort. Trotzdem verfolgen beide Formate einen unterschiedlichen Grundgedanken.

Der entscheidende Unterschied ist nicht die Unterkunft, die Reisedauer oder das Freizeitprogramm.

Er lautet:

Läuft der normale Arbeitsalltag weiter – oder wird er bewusst unterbrochen?

Workation = Wir arbeiten gemeinsam woanders.

Offsite = Wir verlassen den Arbeitsalltag, um gemeinsam an etwas Bestimmtem zu arbeiten.

Was ist eine Workation?

Bei einer Team-Workation verlagert das Team seinen normalen Arbeitsalltag für einige Tage an einen anderen Ort.

E-Mails werden beantwortet, Kundentermine finden statt, Projekte laufen weiter und Mitarbeitende erledigen ihre normalen Aufgaben.

Gleichzeitig befindet sich das Team am selben Ort. Dadurch entstehen persönliche Begegnungen, gemeinsame Mahlzeiten und spontane Gespräche, die im Remote- oder Hybridalltag häufig fehlen.

Eine Workation verbindet damit normalen Arbeitsalltag mit gemeinsamer Zeit.

Mehr zur Team-Workation →

Was ist ein Offsite?

Bei einem Offsite verlässt das Team den normalen Arbeitsalltag bewusst, um sich auf ein bestimmtes Thema oder Ziel zu konzentrieren.

Das kann beispielsweise sein:

  • eine Strategie entwickeln,
  • ein neues Projekt starten,
  • Entscheidungen treffen,
  • einen Workshop durchführen

oder die Zusammenarbeit im Team weiterentwickeln.

E-Mails, Kundentermine und operative Aufgaben sollten währenddessen möglichst wenig Raum einnehmen.

Beim Offsite steht nicht der normale Arbeitstag an einem anderen Ort im Mittelpunkt, sondern ein bewusst geschaffener gemeinsamer Arbeitsraum außerhalb des Alltags.

Mehr über Offsites →

Der Unterschied zeigt sich am Montagmorgen

Am einfachsten wird die Abgrenzung, wenn man sich einen konkreten Arbeitstag vorstellt.

Montagmorgen bei einer Workation

Um 9 Uhr beginnen die meisten mit ihrer normalen Arbeit.

Einige sitzen in Videocalls. Andere arbeiten konzentriert am Laptop. Zwei Kolleginnen besprechen gemeinsam ein Projekt.

Am Nachmittag kommt das Team für eine Stunde zusammen.

Danach wird weitergearbeitet und am Abend gemeinsam gegessen.

Montagmorgen bei einem Offsite

Um 9 Uhr trifft sich das gesamte Team im Meetingraum.

Die Moderation stellt Ziel und Agenda vor. Anschließend arbeitet die Gruppe gemeinsam an einem Thema, teilt sich in Breakouts auf und kommt später wieder im Plenum zusammen.

Der gesamte Tag folgt dem gemeinsamen Ziel.

Genau darin liegt der Unterschied.

Workation und Offsite im direkten Vergleich

WorkationOffsite
Normaler Arbeitsalltagläuft weiterwird weitgehend unterbrochen
Hauptzielgemeinsam arbeiten und Zeit verbringenkonkretes gemeinsames Ergebnis
Individuelle Arbeitzentraleher begrenzt
Videocalls/Kundenterminenormalmöglichst reduziert
Workshopsergänzendhäufig zentral
Gemeinsame Agendaeher leichtmeist wichtig
Arbeitsplätzesehr wichtigweniger zentral
Callräumehäufig wichtigje nach Format
Plenumteilweisehäufig zentral
Breakoutsje nach Arbeitsweisehäufig wichtig
Freizeitergänzt den Arbeitstagergänzt das Programm
Typische Dauermehrere Arbeitstagehäufig ein bis wenige Tage

Die Grenzen können fließend sein. Entscheidend ist der Schwerpunkt.

Die Location-Anforderungen unterscheiden sich

Auf den ersten Blick können Workation und Offsite in derselben Unterkunft stattfinden.

Ein Landgut, Berghotel oder Haus am Meer kann für beide Formate geeignet sein.

Die Anforderungen an den Ort unterscheiden sich jedoch.

Bei einer Workation zählt der Arbeitsplatz

Wenn 30 Personen ihren normalen Arbeitsalltag verlagern, müssen 30 Personen tatsächlich arbeiten können.

Das bedeutet unter anderem:

  • stabiles WLAN,
  • geeignete Arbeitsplätze,
  • Bereiche für konzentrierte Arbeit
  • und Möglichkeiten für parallele Videocalls.

Ein großer Seminarraum allein reicht dafür häufig nicht.

Arbeitsorganisation bei der Workation →

Beim Offsite zählt das gemeinsame Arbeitsformat

Bei einem Offsite ist dagegen häufig entscheidend, ob die geplante Agenda räumlich funktioniert.

Benötigt werden beispielsweise ein Plenum für das gesamte Team und mehrere Breakout-Räume für parallele Gruppenarbeit.

Auch Präsentationstechnik, Flipcharts, Moderationsflächen oder flexible Bestuhlung können wichtiger werden.

Locations mit Meetingräumen →

Beispiel: 25 Personen in derselben Location

Dasselbe Haus kann für beide Formate völlig unterschiedlich genutzt werden.

Als Workation

25 Personen benötigen:

  • 25 geeignete Schlafplätze beziehungsweise Einzelzimmer,
  • gutes WLAN,
  • ausreichend Arbeitsplätze,
  • mehrere ruhige Callbereiche,
  • einen gemeinsamen Raum für kurze Team-Sessions
  • und Gemeinschaftsflächen für die Zeit nach der Arbeit.

Als Offsite

Dieselben 25 Personen benötigen möglicherweise:

  • 25 Einzelzimmer,
  • einen großen Workshopraum,
  • vier Breakout-Räume,
  • Präsentationstechnik,
  • Moderationsmaterial
  • und Verpflegung passend zur Agenda.

Die Teilnehmerzahl ist identisch. - Der Raumbedarf ist es nicht.

Workation: stärker vom individuellen Arbeitsalltag gedacht

Die Planung einer Workation beginnt deshalb idealerweise mit der Frage:

  • Wie arbeitet unser Team normalerweise?
  • Wie viele Personen haben parallel Videocalls?
  • Wie viele benötigen Ruhe?
  • Wie oft kommt das gesamte Team zusammen?
  • Wie flexibel sind die Arbeitszeiten?

Daraus entsteht das Anforderungsprofil der Location.

Arbeitsweise → Räume → Infrastruktur → Location

Team-Workation planen →

Offsite: stärker vom gewünschten Ergebnis gedacht

Bei einem Offsite sollte die erste Frage dagegen lauten:

Was soll nach dem Offsite anders oder geklärt sein?

Daraus folgen Agenda und Arbeitsformate.

Erst anschließend wird bestimmt, welche Räume benötigt werden.

Ziel → Ergebnis → Arbeitsformat → Agenda → Räume → Location

Damit beginnt die Planung von Workation und Offsite an unterschiedlichen Stellen.

Wann passt eine Workation besser?

Eine Team-Workation ist häufig die bessere Wahl, wenn der normale Arbeitsalltag grundsätzlich weiterlaufen soll.

Zum Beispiel bei einem Remote-Team, das sich einige Male im Jahr persönlich treffen möchte, ohne dafür eine komplette Arbeitswoche aus dem operativen Geschäft auszusteigen.

Das Team arbeitet tagsüber weitgehend normal. Gleichzeitig entstehen mehr persönliche Kontakte und gemeinsame Zeit.

Eine Workation passt deshalb besonders gut, wenn Zusammensein und normaler Arbeitsalltag miteinander verbunden werden sollen.

Wann passt ein Offsite besser?

Ein Offsite ist häufig sinnvoller, wenn ein bestimmtes gemeinsames Ergebnis im Mittelpunkt steht.

Zum Beispiel:

  • Wir wollen unsere Strategie für das nächste Jahr festlegen.
  • Wir starten ein neues Projekt.
  • Wir müssen eine wichtige Entscheidung vorbereiten.
  • Wir wollen unsere Zusammenarbeit neu organisieren.

Dann ist es oft sinnvoll, den normalen Arbeitsalltag bewusst zurückzustellen.

Die Aufmerksamkeit gehört für einen begrenzten Zeitraum dem gemeinsamen Thema.

Was ist mit Strategie?

Ein mehrtägiges Strategietreffen ist typischerweise ein Offsite.

Wenn Führungskräfte morgens zunächst ihre normalen Aufgaben erledigen, zwischendurch Kundentermine haben und am Nachmittag zwei Stunden über Strategie sprechen, fehlt häufig die notwendige Konzentration.

Ein Strategie-Offsite schafft dagegen einen bewusst abgegrenzten Zeitraum für diese Fragen.

Strategie-Offsite →

Was ist mit Workshops?

Auch ein einzelner Workshop kann Teil einer Workation sein.

Beispielsweise arbeitet das Team von Montag bis Donnerstag normal und reserviert den Mittwochvormittag für einen gemeinsamen Workshop.

Das macht die gesamte Reise noch nicht zum Offsite.

Wenn dagegen zwei Tage vollständig aus Workshop-Sessions, Breakouts und Entscheidungen bestehen, liegt der Schwerpunkt klar auf dem Offsite.

Workshop-Offsite →

Was ist mit Teambuilding?

Teambuilding kann bei beiden Formaten vorkommen.

Bei einer Workation entsteht ein Teil davon häufig informell: gemeinsam essen, spazieren gehen oder nach Feierabend zusammensitzen.

Bei einem Teambuilding-Offsite wird die Zusammenarbeit dagegen selbst zum Gegenstand des Aufenthalts.

Dann geht es beispielsweise gezielt um Vertrauen, Kommunikation oder gemeinsame Arbeitsweisen.

Teambuilding-Offsite →

Kann man Workation und Offsite kombinieren?

Ja – und für manche Teams kann genau das sinnvoll sein.

Beispielsweise:

Montag bis Mittwoch: normale Team-Workation

Donnerstag: Strategie-Offsite

Freitagvormittag: Ergebnisse und nächste Schritte

Damit bekommt beides seinen eigenen Raum.

Problematisch wird es erst, wenn gleichzeitig normal gearbeitet und ein intensives Offsite durchgeführt werden soll.

Ein dreistündiger Strategieworkshop funktioniert schlecht, wenn ständig Personen wegen Kundencalls den Raum verlassen.

Kombinieren ist sinnvoll. Vermischen häufig nicht.

Muss man das Format überhaupt benennen?

Intern nicht unbedingt.

Ein Unternehmen kann die Reise nennen, wie es möchte.

Für die Planung ist die Unterscheidung trotzdem wichtig, weil sie bestimmt, welche Unterkunft gesucht werden sollte.

Die praktische Frage lautet deshalb:

Was machen die meisten Teilnehmenden während des größten Teils des Tages?

Wenn die Antwort lautet:

„Ihre normale Arbeit“, ist es eher eine Workation.

Wenn die Antwort lautet:

„Gemeinsam an unserer Agenda arbeiten“, ist es eher ein Offsite.

Workation oder Offsite bei Remote-Teams?

Remote-Teams können beide Formate benötigen.

Eine Workation eignet sich gut, um persönliche gemeinsame Arbeitszeit zu schaffen.

Ein Offsite eignet sich gut, wenn dieselben Menschen bewusst aus dem laufenden Geschäft herausgenommen werden sollen.

Ein Unternehmen könnte deshalb beispielsweise zwei Team-Workations und ein Strategie-Offsite pro Jahr durchführen.

Die Formate konkurrieren nicht miteinander.

Sie lösen unterschiedliche Probleme.

Workation oder Offsite bei großen Teams?

Mit zunehmender Teamgröße wird die Unterscheidung noch wichtiger.

Bei einer Workation mit 60 Personen müssen viele Menschen gleichzeitig individuell arbeiten können.

Das bedeutet:

Arbeitsplätze, Callräume, stabiles WLAN und verschiedene Arbeitszonen.

Bei einem Offsite mit 60 Personen konzentriert sich die Infrastruktur stärker auf:

Plenum, Breakouts, Technik, Catering und Bewegungswege zwischen den Programmpunkten.

Eine Location für 60 Tagungsteilnehmende ist deshalb nicht automatisch eine gute Workation-Location für 60 gleichzeitig arbeitende Menschen.

Und was ist ein Retreat?

Auch Retreat wird häufig ähnlich verwendet.

Der Schwerpunkt liegt jedoch meist etwas anders.

Ein Retreat schafft bewusst Abstand vom normalen Alltag und mehr Raum für Reflexion, Austausch oder gemeinsame Zeit.

Damit kann es sich mit einem Offsite überschneiden, muss aber nicht dieselbe Ergebnisorientierung haben.

Offsite vs. Retreat →

Die einfache Entscheidungshilfe

Wenn ihr unsicher seid, beantwortet drei Fragen:

1. Soll der normale Arbeitsalltag während der Reise weiterlaufen?

Ja → eher Workation.

2. Gibt es ein konkretes gemeinsames Ergebnis, das am Ende erreicht werden soll?

Ja → eher Offsite.

3. Besteht die Agenda überwiegend aus gemeinsamen Sessions?

Ja → sehr wahrscheinlich Offsite.

Damit lässt sich das Format meistens bereits klar einordnen.

Häufige Fragen

Ist eine Workation dasselbe wie ein Offsite?

Nein. Bei einer Workation läuft der normale Arbeitsalltag grundsätzlich weiter. Bei einem Offsite wird er bewusst zurückgestellt, damit das Team gemeinsam an einem bestimmten Ziel arbeiten kann.

Kann eine Workation Workshops enthalten?

Ja. Einzelne Workshops oder gemeinsame Sessions passen gut in eine Workation. Wenn sie den überwiegenden Teil des Aufenthalts bestimmen, handelt es sich eher um ein Offsite.

Kann ein Offsite Freizeit enthalten?

Natürlich. Ein gemeinsames Abendessen oder eine Aktivität kann Teil des Offsites sein. Der Kern bleibt trotzdem die gemeinsame Arbeit an einem bestimmten Ziel.

Welches Format eignet sich besser für Remote-Teams?

Beide können sinnvoll sein. Eine Workation schafft persönliche Zeit im normalen Arbeitsalltag. Ein Offsite schafft konzentrierte Zeit für ein bestimmtes gemeinsames Thema.

Braucht ein Offsite mehr Meetingräume?

Häufig ja, insbesondere wenn viel im Plenum und in Breakouts gearbeitet wird. Bei einer Workation können dagegen kleinere Call- und Arbeitsräume wichtiger sein.

Kann man Workation und Offsite miteinander verbinden?

Ja. Sinnvoll ist häufig, die jeweiligen Phasen klar voneinander zu trennen.

Was ist günstiger?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Workation und Offsite benötigen unterschiedliche Leistungen. Entscheidend sind Gesamtkosten, Teilnehmerzahl, Dauer, Zimmer, Verpflegung, Räume und Anreise.

Ein Unterschied, der die gesamte Planung verändert

Workation und Offsite können am selben Ort stattfinden, mit denselben Menschen und sogar in derselben Woche.

Der Unterschied liegt darin, was dort hauptsächlich passiert.

Bei einer Workation zieht die Arbeit mit. Bei einem Offsite bleibt der Arbeitsalltag für eine Weile zurück.

Deshalb beginnt auch die Planung unterschiedlich:

Workation:

Team → normaler Arbeitsalltag → Arbeitsanforderungen → Dauer → Location

Offsite:

Ziel → gewünschtes Ergebnis → Arbeitsformat → Agenda → Location

Wer diese Entscheidung am Anfang trifft, findet anschließend wesentlich leichter die passende Unterkunft.

Team-Workation planen →
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